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BHASKAR H. SAVE | LIFETIME ACHIEVEMENT AWARD 2010


Bhaskar H. Save / Indien



Bhaskar Save erblickte 1922 im Dorf Dihri in Gujarat in Indien das Licht der Welt. Er verbrachte eine glückliche Kindheit und erinnert sich gerne an diese wichtigen Jahre: „Das Leben war einfach. Es gab keine der modernen Errungenschaften wie z.B. Strom, aber die Menschen waren zufrieden. Landwirtschaft war ein natürlicher, interkultureller Teil des Lebens, der den Jahreszeiten folgte. Landwirtschaft war eine umfassende Beschäftigung – und nicht der entfremdete, angstbehaftete Kampf, in den die modernen Methoden die Landwirtschaft verwandelt haben.”

Bhaskar Save wuchs auf dem elterlichen Bauernhof auf. Dort wurden traditionelle Früchte wie Reis, Hülsenfrüchte und Gemüse angebaut. Trotz der Hofarbeit gab es auch reichlich Freizeit, die es ihm ermöglichte, die Schönheit und die Geschenke der Natur zu entdecken und sich an ihnen zu erfreuen.







Er arbeitete 10 Jahre als Lehrer; in dieser Zeit arbeitete er jeden Morgen von 6 Uhr bis 10 Uhr auf dem elterlichen Hof. 1951 hielten die ersten chemisch-synthetischen Düngemittel Einzug auf dem Hof. Seine Ernten wurden immer besser und waren so außergewöhnlich gut, dass die Öffentlichkeit aufmerksam wurde.

Der Direktor einer Düngemittelfirma bot ihm eine Handelsvertretung für den Verkauf von chemisch-synthetischen Düngemitteln an! Er war überzeugt und überzeugend, dass diese Form der neuen Landwirtschaft richtig ist und wurde in den ersten Jahren der sogenannten „Grünen Revolution“ zum „Vorzeige-Bauer“.

In den 1950er Jahren konnte er ein Hektar Land kaufen, auf dem er Reis anbauen konnte. Dies war der Beginn seiner heutigen Kalpavruksha-Farm. Save erkannte bald, dass er mit der Verwendung von chemisch-synthetischen Düngemitteln in einen Teufelskreis eingetreten war: Er musste immer mehr mineralische Düngemittel einsetzen, um eine Reduktion der Ernten zu vermeiden.

Mahatma Gandhi hatte von Anfang an großen Einfluß auf Bhaskar Save. Seine Ideen inspirierten Save´s „ökologische Experimente mit der Wahrheit”, wie er seine Konvertierung zum Ökolandbau bezeichnet. Eine andere einflußreiche Person war Vinoba Bahve, der Save nicht nur mit seiner Beschreibung der landwirtschaftlichen Erzeugung, sondern vor allem mit seiner Integrität stark beeinflusste. Save besann sich und baute Reis ökologisch an und erfuhr zunächst drastische Ernteeinbußen. Aber gleichzeitig realisierte er, dass er einen Vorteil hatte aufgrund signifikant geringerer Kosten, wodurch er sogar im ersten Umstellungsjahr einen kleinen Gewinn erwirtschaftete (er stellte nicht den gesamten Betrieb auf einmal auf Bio um, sondern verwendete anfangs noch chemische Mittel für das Marktgemüse). Durch die Umstellung konnte er seinen Grund nahezu verdoppeln und ein kleines Haus für sich und seine Familie bauen.

Als er Probleme mit der Vermarktung seines Gemüses (Überangebot) bekam, begann er, Obst- und Nussbäume zu pflanzen. Schließlich war er so überzeugt von seinen „ökologischen Experimenten mit der Wahrheit“, dass er keine Chemikalien mehr auf seinem Land einsetzte. Mit der Zeit entstand eine immer größer werdende Vielfalt auf seinem Hof, wo er bald nicht nur Bananen, sondern auch Kokosnüsse und Papayas produzierte.

Bäume wurden ein integraler Bestandteil seines Betriebes und er entwickelte ein System aus erhöhten Plattformen, die von Bewässerungskanälen durchzogen waren, auf denen er die Bäume anpflanzte. Dieses System wurde später als „Plattform & Graben-System“ bekannt. Jahr für Jahr produzierten die ökologischen Felder immer höhere Erträge (während die Arbeitskosten überraschenderweise sanken), wodurch Save ein stetig wachsendes Einkommen erzielen konnte.

Er teilt sein riesiges Wissen mit anderen, indem er Artikel schreibt und Buchbeiträge verfasst für Publikationen, die unter anderem von dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen finanziert werden. Während der letzten drei Jahrzehnte wurden mehrere Dutzend Artikel über Bhaskar Save und seine ökologischen Anbaumethoden verfasst – nicht nur in Englisch, sondern auch in Marahati, Gujarati, Hindi und weiteren Sprachen. Sein Engagement und seine „Berühmtheit“ führte dazu, dass mehrere Filme über ihn gedreht wurden und seine Arbeit im Fernsehen gezeigt wurde.

Bhaskar Save hat mehrere Auszeichnungen erhalten wie zum Beispiel den „Bester Kokosnuss-Erzeuger” Preis, der vom Indischen Landwirtschaftsministerium verliehen wird. Er ist ein viel gefragter Berater und Referent; aber was ihm am besten gefällt, ist das direkte Gespräch mit Landwirten. Jeden Samstag ist Besuchertag auf seiner Farm und eine große Zahl von Besuchern kommen und besuchen Mr. Save auf seinem Hof, um von seinem umfangreichen Wissen über ökologischen Landbau zu lernen.

Mit seinem Wissen, seiner Autorität und seiner Leidenschaft wurde er zu einem der wichtigsten Botschafter des Öko- Landbaus in Indien und darüber hinaus.

Vor vier Jahren veröffentlichte Bhaskar Save einen öffentlichen Schriftwechsel mit M.S. Swaminathan, dem Vater Indiens sogenannter „grüner Revolution” und dem Vorsitzenden des Nationalen Bauernverbands. Seine Kritik an Mr. Swaminathan war deutlich und mutig: „Sie sind der Vater der sogenannten „grünen Revolution” in Indien, die die Tore weit öffnete für den Einfall der giftigen Agrochemikalien, die das Land und das Leben Millionen indischer Bauern in den letzten 4 Jahren zerstört haben”.

Obwohl Bhaskar Save M.S. Swaminathan grundsätzlich angriff, hat er sich dessen Repekt verdient. Mr. Swaminathan schrieb an Save: „Ich bewundere Ihre Arbeit seit langer Zeit und ich danke Ihnen für die detaillierten Ausführungen, […] wertvollen Kommentare und Empfehlungen. Wir werden sie berücksichtigen.” Der Briefwechsel wurde von Earthcare Books unter dem Titel „The Great Agriculture Challenge” veröffentlicht und in verschiedene Sprachen übersetzt.

Der OWA Lifetime Achievement Preisträger Bhaskar Save ist nicht nur eine anerkannte und würdevolle Persönlichkeit, sondern er ist auch einer der ersten und einflussreichsten Verfechter des ökologischen Landbaus.

Mit seinen eindrucksvollen 60 Jahren Berufserfahrung in ökologischer Landwirtschaft hat er drei Generationen junger indischer Bauern inspiriert und motiviert, ökologischen Landbau zu betreiben. Save steht für die Kraft der Wissensvermittlung „von Bauer zu Bauer“ und wird zurecht als „lebender Gandhi der natürlichen, ökologischen Landwirtschaft Indiens“ bezeichnet.

Aus Respekt vor seinen außergewöhnlichen Leistungen verdient Save es, selbst das letzte Wort seiner Laudatio zu haben: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Indien nur mit Hilfe von ökologischem, in Harmonie mit der Natur stattfindenden Landbau nachhaltig und in ausreichender Menge gesunde Lebensmittel erzeugen kann, die den Grundbedürfnissen aller gerecht werden – ein Leben in Gesundheit, Würde und Frieden zu führen”.


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